25 Jahre Weingut Beatrice und Ruedi Baumann in Oberhallau:

 Philosophie: Von der Traube bis ins Glas

© Klettgauer Zeitung; 19. Juni 2003; Seite 5

Seit einem Vierteljahrhundert steht das Weingut Baumann in Oberhallau für die Qualität ihrer Weine. Im Herbst 1978 kelterten Susi und Max Baumann ihren ersten Wein. Heute tragen Beatrice und Ruedi Baumann die finanzielle Verantwortung des Qualitätsbetriebes im Dorf unter dem Lugmer. Gemeinsam und in einem sehr guten Ver­hältnis werden von dem Quartett in der Weinbaugemeinde Oberhallau insgesamt sieben Hektaren Reben bewirtschaftet und zu gehaltvollen Weinen verarbeitet.

Von Marcel Tresch

 

Tiefgründige und schwere Böden auf Jurakalk schaffen beste Voraussetzungen für die weit über die Kantons- und Landesgrenzen hinaus bekannten und gehaltvollen Weine mit einer sehr hohen Anerkennung bei der immer anspruchsvoller werdenden Kundschaft. Was einst vor 25 Jahren mit dreieinhalb Hektaren begann, hat sich in einem Vierteljahrhundert flächenmässig verdoppelt und ist auf 16 Parzellen rund um Oberhallau verteilt. Im Herbst 1978 war die neu erstellte Kelterei von Susi und Max Baumann für die erste Traubenlese bereit. Daraus wurden je 800 Liter Riesling x Sylvaner und Blauburgunder. Nur gerade vier Jahre später reifte der erste Wein im eigenen Keller. Von Beginn weg hat sich die Familie Baumann den "ehrlichen Weinen mit Charakter" verschrieben. Als Familienbetrieb standen und stehen die Inhaber und Angestellte für die Qualität.

Weine die Freude bereiten
Die guten Tropfen aus dem Weingut Baumann sollen die Sinne Wecken und den Geniessenden Freude bereiten. Mit dieser Vision vor Augen wuchs der Betrieb stetig. Nur ein halbes Jahrzehnt nach dem Betriebsstart überzeugten die Baumanns regionale und überregionale Kunden sowie diverse Restaurants mit ihren Qualitätsweinen. Die Menge stieg in dieser kurzen Zeitspanne auf 10'500 Liter Riesling x Sylvaner und 29'700 Liter Blauburgunder. Freude am soliden Handwerk, Innovation und "Weingefühl" liessen bereits 1985 den ersten Barrique-Versuch gelingen. Nur drei Jahre später durfte man dann den ersten Rosé aus dem Weingut Baumann geniessen. 1989 wurden der Abfüll­ und Pressraum sowie das Weinlager angebaut. 10'000 Liter Weiss- und 33'000 Liter Rotwein zeugten ein Jahr später vom steten Wachstum der Quantität bei gleich bleibender Qualität.

Ein besonderes Privileg
Um hohe Qualitätsansprüche zu erfüllen, darf die Rebe nicht zuviel Ernte tragen. Dieser Tatsache war man sich bereits Ende der achtziger Jahre bewusst. Dies erklärt auch, weshalb die Weinmengen in diesem Zeitraum nicht im gleichen Stil anstiegen. "Gerade die Sorten der Pinot-Familien", so der "Weinfachmann, "danken tiefere Erträge mit deutlich dichteren, komplexeren Weinen." So werden beispielsweise für den Pinot Noir durchschnittlich nur gerade zwischen 550 bis 650 Gramm Trauben pro Quadratmeter gelesen. Susi, Beatrice, Max und Ruedi Baumann betrachten es als besonderes Privileg, das Werden ihres Weines in jedem Abschnitt begleiten zu dürfen. Ein gesunder Berufsstolz, den es braucht, um heute im Weingeschäft erfolgreich zu sein. Auch der persönliche Kontakt zu den Kunden wird im Weingut Baumann grossgeschrieben.  

Innovation und Kreativität
Rund zwei Drittel sind Privatleute, welche zu einem grossen Teil den Kauf des guten Tropfens zu einem Besuch im Keller benutzen. Der restliche Drittel geht in die Gastronomie und an einige, gepflegte, meist kleinere Weinhandlungen. Dass die Zeit im Hause Baumann nicht stehen blieb, zeigt die eigene Geschichte eindrücklich auf. Bereits 1993 wurde das neue Logo geschaffen und lediglich ein Jahr später gemeinsam mit Michael Meyer vom Weingut Bad Osterfingen die Spezialität namens "Zwaa" kreiert. 1995 erfolgte schliesslich die finanzielle Übernahme der Verantwortung von Susi und Max an Beatrice und Ruedi Baumann. 1999 gaben dann der moderne Anbau der Veranda und die vorgenommene Aussenrenovation das heutige schmucke Aussehen des Weingutes mitten im Dorf.

Positiver Blick in die Zukunft
Der erste Hausprospekt zum Jahrtausendwechsel und die spezielle Sammleredition von der Neunkircher Künstlerin Claudia Girard (2001), sind weitere von vielen, sehr vielen Stationen, bis heuer das 25-Jahr-Jubiläum begangen werden konnte. Beatrice und Ruedi Baumann blicken in Dankbarkeit an die Adresse der Schwiegereltern und Eltern zurück, die es ihnen ermöglicht haben, einen Betrieb mit bestens ausgewiesenen Qualitätsprodukten zu übernehmen. Das gute Verhältnis untereinander gestattet es, weiterhin positiv in die Zukunft zu schauen. Alle Aspekte der besonderen Weinherstellung zusammengezählt lassen es zu, dass das Interesse an einer konsequenten Weiterentwicklung nicht sinkt. Als Ergebnis davon reifen im Oberhallauer Weingut Baumann erstklassige Tropfen vom eleganten Landwein bis zum gehaltvollen Barrique heran, die sich auch auf internationaler Ebene sehen und vergleichen lassen können.

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